| |
Herkunft Ab Mitte des 17. Jahrhunderts brachten Seeleute erste Exemplare weiß-schwarzer Hunde von Neufundland mit nach England. Den Siedlern auf der Insel hatten sie beim Fischen geholfen und sie hatten Herden und Anwesen vor wilden Tieren geschützt. Englands gehobenes Bürgertum und der Adel begeisterten sich für diesen Hund - der damals noch "Newfoundland dog" genannt wurde. Der Insel vor Kanadas Küste enstammten zwei Rassen, einmal der weiß-schwarze Landseer und zum anderen der heutige Neufundländer. Letzterer dürfte seine Urahnen vor allem bei den Indianerhunden Labradors haben, während der Landseer vermutlich von starken nordspanischen Hirtenhunden abstammt. Tatsächlich waren es baskische Waljäger, die als erste im nördlichen Teil Neufundlands überwinterten, und es ist wahrscheinlich, daß sie Hunde aus ihrer Heimat zum Schutz vor Wölfen und Bären mitbrachten. Ab ca. 1860 vermischte man in England die beiden aus Neufundland stammenden Rassen, was dem kleinwüchsigeren Neufundländer mehr Schönheit brachte, dem Landseer aber fast den Untergang. Glücklicherweise begannen um die Jahhundertwende einige engagierte schweizerische und deutsche Kynologen, mit den wenigen noch vorhandenen weiß-schwarzen Exemplaren aus England eine rassereine Landseerzucht. Im 20. Jahrhundert wäre der Zuchtbestand dieser eigenständigen Rasse, durch die zwei Weltkriege, jedoch beihnahe ausgestorben. Deutsche Züchter erhielten die Rasse durch Einkreuzung des Pyrenäen-Berghundes, wodurch der Landseer gerettet werden konnte. 1960 erfolgt die Anerkennung durch die FCI als vom Neufundländer unabhängige Rasse. Name Sir Edwin Landseer, der wohl berühmteste Tiermaler seiner Zeit (Anfang 19. Jahrhundert), schuf zahlreiche Kunstwerke von diesen edlen, kraftvollen Tieren. Sein bekanntestes Bild "Ein verdienstvolles Mitglied der Lebensrettungsgesellschaft" entstand 1831. Es stellt den Hund Paul Pry dar, wie er gelassen und doch aufmerksam auf einer Kaimauer liegend über das Wasser schaut. Paul Pry brachte seinen Herrn zweimal bei Schiffbrüchen an Land, beim ersten mal lebend, beim zweiten Mal konnte er seinen Herrn nur noch tot bergen. Von da an lebte er allein auf sich gestellt am Hafen. Er beobachtete die Vorgänge am Wasser und rettete so manchem Kind, das beim Spielen vom Ufer abstürzte, das Leben. Dieser Rettungstrieb gehörte zu seinem Wesen und ist auch heute noch ein typischer Charakterzug dieser Rasse. Zum Dank für seinen Einsatz ernannte ihn die Königliche Lebenrettungsgesellschaft zum Ehrenmitglied und sorgte fortan für sein Futter. Aussehen Im Vergleich zum Neufundländer ist der Landseer hochläufiger, wirkt schlanker und zeigt sich temperamentvoller. Ein ausgewachsener Rüde erreicht eine Schulterhöhe von 75-86 cm und ein Gewicht bis zu 70 kg. Hündinnen bleiben im Ganzen etwas kleiner und leichter. Wesen Trotz seiner Größe und Stärke hat der Landseer ein lebhaftes Temperament und ist sehr lernfreudig. Er braucht viel Auslauf, ist ein hervorragender Schwimmer und ein großer Freund der Kinder. Er verträgt keine Zwingerhaltung und ist nicht geeignet für eine Etagenwohnung. Ebensowenig gehört dieser Hund in einen Haushalt, in dem alle berufstätig sind und der Hund den ganzen Tag alleine ist. Er braucht Familienanschluß und ein Grundstück, das er für seine Familie bewachen kann. Verwendung: Jagdhund (Wasserwild), Rettungshund, Wachhund, Begleithund (Quelle: DLC - Flyer "Der Landseer - Edler Freund und Hausgenosse") | |